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HeizungWer heute ein Haus baut, steht vor einer Vielzahl von Möglichkeiten, was die Heiztechnologie angeht. Vor allem im Hinblick auf die zu erwartenden Investitionen und insbesondere die zukünftigen Heizkosten herrscht bei vielen heute noch Unsicherheit, welche Heizungstechnologie den Vorzug erhalten soll. Ökologisch soll es schon sein, natürlich, aber auch nicht zu teuer – und vor allem langfristig keine Kostenfalle.

Neue Technologien sind noch so wenig bekannt, dass sie leider vielerorts immer noch auf Skepsis stoßen, obwohl sie sich in der Praxis bereits längst glänzend bewährt haben. Um einige immer noch verbreitete Wissenslücken zu füllen und die anstehende Entscheidung ein wenig zu erleichtern, soll hier eine kurze Übersicht über die modernen, besonders ökologischen und besonders kostengünstigen Heizmethoden gegeben werden.

 

Heizen mit Gas

Flüssiggas galt lange Zeit als die wesentlich günstigere Alternative zu Ölheizungen. Gaszentralheizungen haben sich in den letzten Jahren aber massiv weiterentwickelt und sind damit sogar noch günstiger geworden als früher. Insbesondere durch die technische Möglichkeit, Gas nicht nur zu verbrennen, sondern ihm die gesamte enthaltene Energie über Gasbrennwert-Heizungen zu entziehen, entstehen heute sehr viel höhere Wirkungsgrade als früher, der Gasverbrauch sinkt damit bei modernen Gasbrennwertkesseln noch einmal sehr deutlich. Diese Technologie ist in den letzten Jahren vollständig ausgereift; theoretisch kann man heute sogar einen Wirkungsgrad von rund 110 % erzielen, indem die entstehende Abwärme aufgefangen und ebenfalls in den Heizkreislauf zurückgeführt wird. Die einzige Unwägbarkeit ist hier die zukünftige Gaspreisentwicklung, die sich wahrscheinlich mit steigendem Ölpreis ebenfalls nach oben entwickeln wird – genaue und stichhaltige Vorhersagen gibt es aber derzeit nicht (ein weiterer Preisanstieg kann auch völlig ausbleiben). Bislang ist eine Gasbrennwertheizung in jedem Fall eine der günstigsten "klassischen" Heizungen.

Mit den verschärften Energiestandards beim Neubau (EnEV 2014) wird es für die beliebte Gasheizung allerdings sehr eng. Um die Normen der Energieeinsparverordnung zu erfüllen, muss zusätzlich zur Solaranlage für Brauchwassererwärmung auch in eine solare Heizungsunterstützung investiert werden. Alternativ könnte es unter Umständen genügen, statt der solaren Heizungsunterstützung eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung einzubauen. Zudem benötigen Häuser, die mit einer Gasheizung beheizt werden, sehr wahrscheinlich einen um 5 % verbesserten Wärmeschutz der Gebäudehülle. Unter diesem Aspekt ist es fraglich, ob sich der Einbau einer Gasheizung überhaupt noch lohnt. Berücksichtigt man noch zusätzlich die Kosten für den Gasanschluss, übersteigt der Einbau einer Gasheizung sehr wahrscheinlich die Kosten für eine Luft-/Wasserwärmepumpe.

 

Energiegewinnung mit Solarthermie

Untersuchungen haben gezeigt, dass auch bei Einfamilienhäusern die durch Solarthermie gewonnene Energie zur vollen Deckung des Heizbedarfes ausreicht. Notwendig dazu sind allerdings entsprechende Speicheranlagen. Kostenmäßig liegt die Heizung über Solarthermie dabei fast im Nullbereich – außer den Investitionskosten, die heute bereits sehr überschaubar sind, fallen praktisch kaum Betriebskosten an. In ungünstigen Lagen wird möglicherweise noch eine Zusatzheizung benötigt, meist ist das aber bei entsprechender Planung nicht nötig. Solarthermie ist wahrscheinlich die ökologischste und kostengünstigste Heizform überhaupt – Warmwasser gleich inklusive. Meist zum Nulltarif.


Geothermie / Luft als Energiequelle

Wärmepumpen funktionieren in etwa so wie ein Kühlschrank: Dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft wird über ein Kühlmittel Wärme entzogen, die dann an den Raum abgegeben wird. Auf den ersten Blick scheint das technisch sehr kompliziert zu sein – ist es aber in der Realität gar nicht. Wärmepumpenheizungen sind heute besonders leistungsfähig und zuverlässig bei minimalem Wartungsaufwand. Systeme, die mit der Wärme aus dem Erdreich arbeiten, heißen auch geothermische Systeme, Wärmepumpen, die mit der Umgebungsluft arbeiten, heißen Luft-Wärmepumpen. Technisch gibt es leicht unterschiedlich ausgestaltete Systeme mit verschiedenen Wirkungsgraden; maßgeblich für die Leistung der Wärmepumpe ist immer die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Zukünftige Kostenentwicklungen hängen vor allem auch von der Entwicklung des Strompreises ab.

 

Heizen mit Holz

Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel – mit Holz kann man heute bereits sehr kostengünstig auch zentral heizen. Holzheizkessel sind dabei vom Kostenaufwand heute auf demselben Preisniveau wie Ölkessel – der Brennstoff ist allerdings deutlich günstiger und vor allem preisstabiler. Holz ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff, der ausreichend in unserem Land vorhanden ist und nicht importiert zu werden braucht. Für Pellets und Hackschnitzel werden zudem vorwiegend Abfälle aus der Holzindustrie verwendet, die ohnedies anfallen – daraus resultiert auch der günstige Preis für die Heizmaterialien. Am wenigsten aufwändig sind Pellets, am günstigsten sind Hackschnitzel. Scheitholz lohnt in der Regel nur, wenn man in seiner Nähe eine günstige private Holzquelle hat, die die Versorgung sichert. Im Allgemeinen liegt man mit einer Holzheizung bei etwa einem Viertel bis einem Drittel der Kosten im Vergleich zu einer Ölheizung.

 


Zukunftsweisende Heizsysteme für das Eigenheim

Ob ein Heizungssystem für ein Massivhaus zukunftsgerecht ist, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Von einem zukunftsfähigen Heizungssystem muss man erwarten, dass es umweltfreundlich ist, wobei Aspekte des Klimaschutzes nicht nur heute, sondern auf lange Dauer besonders aktuell sind. Der zweite Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit eines Heizungssystems, die sich nicht nur in der Energieeffizienz, sondern auch in den Gesamtkosten des Systems zeigt.

 

Wärmepumpen - Funktionsweisen, Kosten, Nutzen und Effizienz

Wärmepumpen zählen zu den effektivsten Heizsystemen. Sie werden für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung genutzt. Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltenergien aus der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich. Diesen Medien wird Energie über Wärmetauscher entzogen und danach im Wärmepumpenkreislauf auf das gewünschte Temperaturniveau für die Heizung oder das Warmwasser angehoben. Dazu benötigt eine moderne Wärmepumpe nur 25 Prozent Strom als Fremdenergie, um 100 Prozent Heizleistung zu liefern. Eine Wärmepumpe benötigt wenig bauliche Investitionen, und im Betrieb verursacht sie fast keine Wartungskosten. Daher ist eine Wärmepumpe nicht nur energietechnisch effizient, sondern kann helfen, Heizkosten zu sparen.

  • Erdwärme-Wärmepumpen
    Bei der Erdwärme kann man mit einem Temperaturfühler eine konstante Temperatur messen. Die oberen Bodenschichten beziehen Energie von der Sonneneinstrahlung, darunter kommt Energie aus dem Inneren der Erde. Deshalb bietet sich Erdwärme als Energiequelle für eine Wärmepumpe an. Mit flächigen Erdkollektoren als Wärmetauscher im Boden kann man die Energie für eine Wärmepumpe nutzbar machen. Man benötigt dazu allerdings relativ große Grundstücksflächen und nicht unerheblichen Erschließungsaufwand. Beides ist bei den Kosten zu berücksichtigen, die jedoch letztlich von der Größe des zu beheizenden Gebäudes, dem individuellen Warmwasserbedarf etc. abhängen.
    Will man die Erdwärme für Heizzwecke nutzen, bietet sich auch eine Tiefenbohrung für eine Erdsonde an. Durch die Erdsonde wird dem Boden Wärme entzogen und einer Wärmepumpe zugeleitet. Eine Erdsonde benötigt nur eine kleine Fläche, allerdings stehen diesem Kostenvorteil unter Umständen hohe Bohr- und Erschließungskosten gegenüber. Welche Kosten eine derartige Gesamtanlage letztlich verursacht, hängt von den individuellen Umständen wie dem Heizbedarf ab.

  • Grundwasser-Wärmepumpe
    Da Grundwasser im Jahresverlauf eine nahezu konstante Heizleistung bei Temperaturen über null Grad liefert, kann eine Grundwasserwärmepumpe im Vergleich zu anderen Wärmepumpentypen, die z. B. die Außenluft als Energiequelle nutzen, relativ effizient arbeiten. Bei den Kosten einer Wärmepumpe, die das Grundwasser als Energiequelle nutzt, sind die zur Erschließung von Brunnenanlagen nötigen Probebohrungen und Genehmigungen für den Brunnenbau zu berücksichtigen. Als weiterer Kostenfaktor schlägt zu Buche, dass die Brunnen aufwendig erschlossen werden müssen. Ansonsten hängen die Kosten für eine solche Anlage von der individuell benötigten Heizleistung und der Größe des Gebäudes etc. ab.

  • Außenluft-Wärmepumpe
    Mit einer Außenluft-Wärmepumpe kann man ein Massivhaus mit Energie zur Erzeugung der Heizungswärme und der Wärme für die Warmwasserbereitung versorgen. Wenn der Temperaturfühler in der Außenluft Minusgrade misst, steckt darin noch genug Energie, um von dieser kostenlosen Wärmequelle profitieren zu können. Eine Luftwärmepumpe entzieht der Luft die in ihr enthaltene Wärme, um sie für die Heizung oder das Warmwasser zu nutzen. Verfügt die Außenluft-Wärmepumpe über einen Warmwasserspeicher, steigert man ihre Effizienz. Die Kosten für eine Wärmepumpe, welche die Außenluft zur Energiegewinnung nutzt, hängen u. a. vom Energiebedarf des jeweiligen Gebäudes ab. Die Investitionen sind jedoch relativ günstig, weil dieser Wärmepumpentyp keine Erschließungskosten wie bei der Nutzung von Erdwärme oder Grundwasser benötigt.

  • Abluft-Wärmepumpe
    Abluft-Wärmepumpen eignen sich für Häuser, die über eine gute Steuerung und viele Temperaturfühler für eine kontrollierte Wohnraumlüftung verfügen. Eine Abluft-Wärmepumpe holt dort die Wärme aus der Abluft. Besonders effizient ist ihre Anwendung in Niedrigenergie- oder Passivhäusern, da sie dort für Lüftung und Heizung gleichzeitig sorgen. Wenn sie mit entsprechenden Wärmetauschern kombiniert werden, können sie auch Energie zur Warmwasserbereitung liefern. Die Kosten einer Abluft-Wärmepumpe richten sich unter anderem nach der Größe eines Objektes. Besonders berücksichtigen sollte man bei einer Abluft-Wärmepumpe einen erhöhten Wartungsaufwand durch den regelmäßig notwendigen Austausch von Luftfiltern.

 

Gasbrennwertheizung und ihre Kombination mit Solarthermie

Eine Gasbrennwertheizung bietet einen besonders hohen Wirkungsgrad. Sie nutzt nämlich nicht nur ausschließlich die Wärmeenergie des Heizgases, sondern zusätzlich wird die im Abgas enthaltene Wärme verwertet. Dazu wird Wasser des Heizungsrücklaufs durch einen nachgeschalteten Wärmetauscher geführt, der vom warmen Abgas im Kamin aufgeheizt wird. Damit wird die Temperatur des Rücklaufs erhöht. Um auf Vorlauftemperatur angehoben zu werden, braucht man dann eine geringere Energiezufuhr. Dementsprechend wird weniger Heizenergie und damit Gas benötigt, um die normale Betriebstemperatur der Heizung zu erreichen, was den Energieverbrauch und die Kosten für Heizenergie senkt.
Eine Gasbrennwertheizung kann man ausgezeichnet mit Solarwärme kombinieren. Wenn Brennwertgeräte besonders nahe beim Speicher einer Solaranlage eingebaut werden, vermeidet man zusätzliche Leitungsverluste zwischen Brennwertkessel und Warmwasserspeicher der Solaranlage. Besonders günstig ist eine Gasbrennwertheizung für die Raumheizung in Kombination mit einer solarthermischen Anlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsuntersützung. Meldet der Temperaturfühler eine zu niedrige Temperatur, weil die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, wird der Kessel der Gasbrennwertheizung eingeschaltet und heizt nach. Ob mit dieser Konstellation die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2014 erfüllt werden, muss im Einzelfall geprüft werden. Unter Umständen ist zusätzlich eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erforderlich.

 

Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung

Mit einem Blockheizkraftwerk im Eigenheim verfügt man über ein kleines Kraftwerk im Haus. Ein Blockheizkraftwerk setzt die mechanische Kraft eines Verbrennungsmotors ein, um Strom und Wärme zu produzieren. Deshalb spricht man bei dieser Technologie auch von Kraft-Wärme-Kopplung. Der Motor kann mit verschiedenen Energiequellen von Heizöl über Biopflanzenöl bis hin zu Erd- oder Biogas betrieben werden. Die bei der Verbrennung entstehende Abwärme kann für Heizzwecke und die Warmwasserbereitung genutzt werden. Der Motor treibt zur Stromversorgung eines Hauses einen Stromgenerator an. Für die Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerks kommt es vor allem auf die Auslastung an. Je höher die Auslastung, desto wirtschaftlicher ist das Aggregat und System.

 

Fördermöglichkeiten für zukunftsweisende Haustechnik

Die verschiedenen Formen der öffentlichen Zuwendungen bestehen entweder aus Zuschüssen zu den Investitionen oder aus zinsgünstigen Darlehen. Die staatlich geförderten Einspeisevergütungen kommen nur dann zum Tragen, wenn die Anlage überschüssigen Strom in das öffentliche Netz liefert. Wichtig für eine erfolgreiche Antragstellung mit optimalem Resultat ist der Zeitpunkt, zu dem der jeweilige Förderantrag gestellt wird, da jedes Förderprogramm hier eigene Terminsetzungen kennt. Da Bewilligungen von Fördermitteln nur im Rahmen vorhandener Haushaltsmittel erteilt werden, kann es bei schlechter Terminwahl auch dazu kommen, dass zwar ein Förderprogramm existiert, wegen fehlender Haushaltsmittel jedoch keine Fördermittel mehr bewilligt werden.

 

Heizungssysteme im Vergleich

Die Entscheidung für ein zukunftsweisendes neues Heizungssystem und zum Beispiel die passenden Temperaturfühler und Steuerungen kann nur für einen individuellen Fall optimiert werden. Allgemeine Regeln kann man nicht aufstellen, da es eine zu große Vielfalt von zur Verfügung stehenden Heiztechnologien, staatlichen Bestimmungen für die verschiedensten Gebäudetypen, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten etc. gibt. Das gilt auch, wenn man nur eine neue Technologie einsetzen will oder eine Kombination aus verschiedenen Systemen plant. Eine fachkundige Beratung, die technische und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt, ist deshalb unerlässlich, um eine Entscheidung für das im Einzelfall optimale System zu treffen.

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